27.01.2015

Gleichstromstimulation hilft bei der Wortfindung

Gleichstromstimulation (© Charité - AG kognitive Neurologie)

Die Alzheimer-Krankheit verhindern ist das Ziel von Prof. Dr. Agnes Flöel von der Charité Universitätsmedizin Berlin. Die erste Preisträgerin des Kurt-Kaufmann-Preises der AFI setzt in ihrer Forschung auf die Gleichstromstimulation. Im Rahmen ihres von der AFI geförderten Projekts versucht Agnes Flöel, die Gedächtnisleistung von gesunden Probanden mithilfe der Gleichstromstimulation zu verbessern. Darüber hinaus erforscht die Berlinerin die Auswirkung dieser Behandlungsmethode bei Menschen mit einer leichten kognitiven Einschränkung. Die Ergebnisse dieser Untersuchung wurden jetzt in der Fachzeitschrift Alzheimers & Dementia veröffentlicht.

Leichte elektrische Ströme, auf der Schädeldecke angewandt, aktivieren die darunter liegenden Hirnregionen. Nachgewiesen ist: Auch altersbedingte Defizite lassen sich offenbar auf diese Weise beeinflussen. Agnes Flöel konnte mit ihrer Arbeitsgruppe nun zeigen, dass eine Gleichstromstimulation die Fähigkeit zur Wortfindung bei Patienten mit leichten kognitiven Einschränkungen voranbringt. Gleichzeitig normalisieren sich entscheidende Verbindungen zwischen aufgabenrelevanten Hirnarealen. Die Funktionen nähern sich wieder dem Zustand des gesunden alternden Gehirns.

Eine wiederholte Stimulation des Gehirns könnte das Voranschreiten dementieller Erkrankungen verzögern: „Gesunde und bereits erkrankte Menschen reagieren gleichermaßen auf die Gleichstrombehandlung. Das deutet auf ein großes Potential hin, auch bei Patienten mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen Lernen und Gedächtnisbildung zu verbessern“, betont Agnes Flöel. Möglicherweise lässt sich die Leistung des Gehirns durch wiederholte Anwendung und in Kombination mit kognitivem Training dauerhaft wieder steigern. Genau dies prüfen die Forscher in aktuell laufenden Studien. Ziel ist es, eine langfristige Verbesserung in alltagsrelevanten Funktionen, wie beispielsweise der Orientierung in einer neuen Stadt, zu erreichen. Künftig sollen zudem heimbasierte Trainings- und Stimulationsverfahren zur Anwendung kommen.

Weitere Informationen

„Lebensstilfaktoren, Hirnstimulation und das Altern“ – Das Forschungsprojekt von Prof. Dr. Agnes Flöel

Stichwort Alzheimer-Prävention: Drei Fragen an die Kurt Kaufmann-Preisträgerin Agnes Flöel

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