Häufige Fragen und Antworten

Warum ist es wichtig, ein Testament zu machen?

Wenn Sie selbst festlegen möchten, wer wann etwas von Ihrem Vermögen erhält und was damit geschehen soll, können Sie dies nur in einem Testament verbindlich regeln. Ob handschriftlich oder notariell, ein Testament ermöglicht Ihnen, auch Personen und Organisationen zu bedenken, die nach dem deutschen Erbrecht von der Erbfolge ausgeschlossen sind. Unser Erbrecht sieht die Weitergabe von Vermögen von Todes wegen nur für Verwandte und Ehepartner, bzw. eingetragene Lebenspartner, vor. Dabei schließen direkte Verwandte wie Kinder, Enkel oder Eltern, entferntere Verwandte automatisch aus.

Wer erbt, wenn es weder Ehepartner noch Verwandte gibt?

Gibt es keine überlebenden Verwandten mehr und existiert kein gültiges Testament, erbt der Staat.

Gibt es ein Formular für das Verfassen eines Testamentes?

Nein. Ein Testament ist eine letztwillige, einseitige Verfügung und damit eine höchst persönliche Angelegenheit. Daher ist per Gesetz nur ein handschriftliches oder notarielles Testament möglich.

Wie kann ich ein Testament verfassen?

Sie können Ihr Testament eigenhändig schreiben oder von einem Notar verfassen lassen. Eigenhändig geschriebene Testamente müssen vollständig von Hand geschrieben sein und Name und Unterschrift sowie die Überschrift „Mein letzter Wille“ oder „Mein Testament“ enthalten. Ratsam ist auch, das Datum hinzuzufügen. Denn sollten Sie mehrere Testamente geschrieben haben, gilt in der Regel das mit dem jüngsten Datum.

Kann ich ein Testament auch wieder ändern?

Selbstverständlich können Sie Ihr einmal geschriebenes Testament ändern. Wichtig dabei ist, dass Sie nicht durch einen vorherigen Erbvertrag oder ein Ehegattentestament gebunden sind. Damit die Änderungen nicht zu Auslegungsschwierigkeiten führen, sollten Sie das vorige Testament widerrufen oder ihre Änderungen klar kenntlich machen und mit Datum und Unterschrift versehen. Am besten ist es, das Testament neu zu schreiben und auch dann an Namen, Unterschrift und Datum zu denken.

Haben Sie Ihr Testament bei einem Notar gemacht, empfiehlt es sich, auch die Änderungen vom Notar verfassen zu lassen. So können Sie mögliche spätere Streitigkeiten vermeiden.

Was ist ein Berliner Testament?

Das Berliner Testament ist eine Sonderform des Testaments, die es so nur im Deutschen Erbrecht gibt. Darin setzen sich beide Ehegatten wechselseitig zu Erben ein und verfügen, dass nach dem Tod des ersten Ehepartners der überlebende Ehepartner Vollerbe, d.h. Alleinerbe des gesamten Nachlasses wird, während Kinder oder Dritte erst nach dem Tode des überlebenden Ehepartners sogenannte Schlusserben werden. Das Berliner Testament regelt also zwei aufeinanderfolgende Erbfälle mit dem Ziel zuerst dem Ehepartner das gesamte Vermögen zu vererben und erst im zweiten Erbfall die Kinder zum Zuge kommen zu lassen. Beide Ehepartner sind an das Berliner Testament gebunden. Der überlebende Partner kann also in der Regel nicht neu verfügen. Steuerlich fällt zweimal Erbschaftsteuer an sofern die Freibeträge überschritten werden.

Durch die neue EU-Erbrechtsverordnung (seit August 2015) gilt das Erbrecht des Landes, in dem sich der Erblasser vorrangig aufgehalten hat. Lebt zum Beispiel ein Ehepaar mit Berliner Testament bis zum Erbfall in Spanien, gilt im Erbfall spanisches Erbrecht. Das hat zur Folge, dass ihr Berliner Testament ungültig ist. Damit ihr Berliner Testament trotzdem umgesetzt werden kann, muss im Testament auch stehen, dass das Deutsche Erbrecht angewandt werden soll. Deshalb ist es ratsam, ein bereits verfügtes Berliner Testament daraufhin noch einmal zu überprüfen bzw. zu ergänzen.

Kann ich Kinder oder Verwandte enterben?

Nein. Das deutsche Erbrecht sieht für die direkten Nachkommen wie Kinder und Enkel, aber auch für den Ehepartner ein Pflichtteilsrecht vor. Werden Kinder, Enkel, Eltern oder Ehepartner testamentarisch vom Erbe ausgeschlossen, können sie ihren Pflichtteil geltend machen. Nach dem Gesetz steht einem Pflichtteilsberechtigten die Hälfte dessen zu, was er nach dem Erbrecht erhalten hätte. Pflichtteilsansprüche werden in Geld gezahlt und müssen direkt gegenüber den Erben geltend gemacht werden. Sie verjähren 3 Jahre nachdem der Pflichtteilsberechtigte davon Kenntnis hatte.

Kann ich bestimmten Personen oder Organisationen einzelne Dinge oder Vermögensteile vererben?

Grundsätzlich ja. Dann ist es wichtig, dass Sie in ihrem Testament genau festsetzen, wer was bekommen soll. So können Sie beispielsweise verfügen, dass die Alzheimer Forschung Initiative oder ihre Stiftung einen bestimmten Prozentsatz Ihres Barvermögens, eine Immobilie oder eine Kunstsammlung erhalten sollen. Juristisch gesehen handelt es sich dann um ein Vermächtnis, das die Alzheimer Forschung Initiative gegenüber den Erben geltend machen kann. Ein Vermächtnis muss von den Erben erfüllt werden.

Kann ich die Alzheimer Forschung Initiative  auch als Erben einsetzen?

Ja. In diesem Fall kümmert sich die Alzheimer Forschung Initiative um die fachgerechte Abwicklung in Zusammenarbeit mit einem versierten Rechtsanwalt. Sollten Sie für die Beerdigung und Grabpflege vorher nichts festgelegt haben, übernimmt die Alzheimer Forschung Initiative beides im Rahmen der Abwicklung. Möchten Sie die Alzheimer Forschung Initiative oder ihre Stiftung neben anderen Erben zum Miterben einsetzen, ist es ratsam, dies über einen Anteil in Prozent je Erbe oder in Erbteilen anzugeben. Geben Sie dies nicht an, wird das Erbe zu gleichen Teilen unter den Erben aufgeteilt.

Müssen meine Erben Steuern bezahlen?

Grundsätzlich ja. Wie viel, hängt auch davon ab, in welche Steuerklasse sie eingestuft werden. Für Kinder, Enkel und Ehepartner gibt es höhere Freibeträge, d.h. nur der Betrag über dem gesetzlichen Freibetrag wird besteuert. Als anerkannt gemeinnützige Organisationen sind die Alzheimer Forschung Initiative und ihre Stiftung von der Erbschaft- und Schenkungsteuer befreit.

Wo kann ich mein Testament aufbewahren?

Um sicherzugehen, dass ein Testament nach dem Ableben des Verfassers auch gefunden wird, kann es direkt beim Amtsgericht hinterlegt werden. Ein Testament in einem Banksafe aufzubewahren birgt das Risiko, dass es zu spät entdeckt wird. Es zu Hause aufzubewahren bedeutet, dass es möglicherweise nicht rechtzeitig gefunden oder gar vernichtet wird.

Kann ich auch meine Lebensversicherung vererben?

Grundsätzlich ja. Das können Sie im Testament als Vermächtnis festlegen. Sinnvoller ist es allerdings, die Person oder Organisation, die den Betrag der Lebensversicherung bekommen soll, schon im Versicherungsvertrag als Begünstigten eintragen zu lassen. Das kann bei einer schon bestehenden Lebens- oder Rentenversicherung auch nachträglich geschehen. Voraussetzung dafür ist, dass der Berechtigte der Versicherungspolice dies zu Lebzeiten dem Versicherer mitteilt.

Wie funktioniert eine Schenkung?

Durch eine Schenkung können Sie eine bestimmte Sache oder einen bestimmten Teil Ihres Vermögens zu Lebzeiten oder per Testament an die Alzheimer Forschung Initiative oder ihre Stiftung „schenken“ und sofort die steuerlichen Vorteile für Schenker nutzen. Bei einer Immobilie, die Sie selbst bewohnen, können Sie sich per notariellem Schenkungsvertrag einen lebenslangen Nießbrauch vorbehalten. Erhält die Alzheimer Forschung Initiative eine Schenkung, ob zu Lebzeiten oder per Testament, fällt aufgrund ihrer Gemeinnützigkeit keine Schenkungsteuer an. Möchten Sie die Alzheimer-Forschung langfristig unterstützen, können Sie dies mit einer Schenkung an die Stiftung erreichen. Auch hier haben Sie die steuerlichen Vorteile.