Häufig gestellte Fragen

Hier finden Sie eine Reihe von Fragen und Antworten zur Alzheimer-Krankheit. Sie können sowohl über die Kategorien zu den Fragen gelangen, als auch über die Schlagwortliste.
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Kategorien

Schlagworte

Alkohol | Aluminium | Ansteckung | Apoptose | Demenz mit Lewy-Körperchen | Erbliche Form | Formen der Demenz | Frontotemporale Demenz | Gedächtnistraining | Geschlecht | Krankheitsverlauf | Narkose | Risiko | Stress | Vaskuläre Demenz

 

Ursachen

Warum bekommt man die Alzheimer-Krankheit oder andere Formen der Demenz erst spät im Leben?

Der Begriff „Demenz“ ist der Oberbegriff für eine Gruppe von ähnlichen altersbedingten Beschwerden, die mit einer funktionsgestörten, verminderten Wahrnehmung einhergehen. Die Alzheimer-Krankheit ist mir rund zwei Drittel aller Fälle die häufigste Form der Demenz.

Das größte Alzheimer-Risiko ist das Alter. Deshalb steigt das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, mit zunehmendem Lebensalter dramatisch an. Von den 70-75jährigen sind nur 3-4 Prozent betroffen während es bei den über 90jährigen mehr als ein Drittel sind.

Dennoch gibt es auch andere Ursachen, die zu einer Demenz führen können. Dazu gehören vor allem so genannte vaskuläre Erkrankungen, bei denen es durch Gefäßveränderungen zu Schädigungen bestimmter Wahrnehmungsbereiche im Gehirn kommt und die das tägliche Leben beeinträchtigen.

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Können Sie den Begriff „Apoptose“ bei Alzheimer näher erklären?

Apoptose wird auch „programmierter Zelltod“ genannt. Damit sind Zellen gemeint, die „Selbstmord“ begehen. Während der Apoptose werden Gene aktiviert, die „Killer-Proteine“ freisetzen. Der genaue Vorgang ist noch nicht hinreichend erforscht.

Der programmierte Zelltod kann den Organismus schützen. Durch die Apoptose werden Zellen  zerstört, die für den Körper gefährlich sind (zum Beispiel Zellen mit DNA-Schäden, die zu Krebs führen könnten).

Studien haben gezeigt, dass Nervenzellen im Gehirn von Alzheimer-Patienten durch Apoptose sterben. Dies könnte durch die für Alzheimer typischen Beta-Amyloid-Ablagerungen hervorgerufen werden. Deshalb forschen viele Wissenschaftler nach Wegen, um die Apoptose bei der Alzheimer-Krankheit zu stoppen.

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Ist die Molekular-Pathologie der Alzheimer-Krankheit bekannt?

Charakteristisch für die Alzheimer-Krankheit sind zwei verschiedene Eiweißablagerungen in und zwischen den Nervenzellen im Gehirn: Beta-Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen. Beta-Amyloid ist das Fragment eines Proteins, das aus einem größeren Protein mit dem Namen APP (Amyloid-Vorläufer-Protein) herausgeschnitten wird. Im gesunden Gehirn werden diese Fragmente zersetzt und vernichtet. Bei der Alzheimer-Krankheit aber häufen sie sich zu harten, unauflöslichen Plaques an.

Tau-Fibrillen bestehen dagegen aus unauflöslichen, gedrehten Fasern, die sich im Innern von Hirnzellen finden. Sie bestehen überwiegend aus dem sogenannten Tau-Protein, das Teile einer Struktur formt, die man Mikro-Tubuli (Röhrchen) nennt. Mikro-Tubuli helfen beim Transport von Nährstoffen und anderen wichtigen Substanzen von einem Teil der Nervenzelle zu einem anderen. Bei der Alzheimer-Krankheit ist das Tau-Protein abnormal und die mikro-tubularen Strukturen werden beeinträchtigt.

Sowohl Beta-Amyloid-Plaques als auch Tau-Fibrillen stören die Kommunikation in und zwischen den Nervenzellen und tragen so zu den Symptomen der Krankheit bei. Die Ursachen und Mechanismen dieser Prozesse sind Gegenstand der aktuellen Alzheimer-Forschung.

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Kann eine Vollnarkose den Verlauf der Alzheimer-Erkrankung beeinflussen?

Besonders bei älteren Menschen kann es nach einer Operation mit Vollnarkose zu einer sogenannten „postoperativen kognitiven Dysfunktion“ (kurz: POCD) kommen. Die Beeinträchtigung des Gedächtnisses kann einige Wochen oder gar Monate andauern. Die Frage, ob Narkosen das Risiko erhöhen, in Zukunft eine Alzheimer-Krankheit zu entwickeln, wird kontrovers diskutiert. Die bisherige Datenlage zeigt keinen Zusammenhang zwischen der Entwicklung einer Alzheimer-Krankheit und vorausgegangener Narkose. Es stellt sich die Frage, ob die operierten Patienten nicht grundsätzlich aus anderen Gründen ein erhöhtes Risiko aufwiesen, eine Alzheimer-Krankheit zu entwickeln. Dazu können Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen, Herz-Kreislauferkrankungen, Bewegungsmangel und niedrigerer Bildungsgrad gehören.

Unbestritten ist, dass andere Erkrankungen und insbesondere entzündliche Prozesse und eine Sepsis die kognitiven Funktionen deutlich verschlechtern und auch nach Ausheilung dieser Erkrankungen eine kognitive Verschlechterung im Vergleich zum Ausgangsniveau vor der Erkrankung häufig zu beobachten ist. Die derzeitige Datenlage legt daher nahe, dass nach Vollnarkose und Operation die Entwicklung einer Demenz nicht wegen der Vollnarkose häufiger als bei nicht operierten Patienten beobachtet wird, sondern wegen der bestehenden Komorbiditäten (Begleiterkrankung) und hier wiederum insbesondere wegen entzündlicher Prozesse, die peri- und postoperativ gehäuft auftreten.

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Kann Alkoholabhängigkeit (20+ Jahre) zu einer Demenz-Erkrankung führen?

Auch durch Langzeit-Alkoholismus kann das Gehirn schrumpfen. So entwickeln zum Beispiel einige schwere Trinker eine Form der Hirnschädigung, die „Wernicke-Korsakow-Syndrom“ genannt wird. Sie können sich an Ereignisse erinnern, die geschehen sind, bevor das Syndrom aufgetreten ist, aber sie vergessen neue Informationen oft innerhalb weniger Sekunden.

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Ist die Alzheimer-Krankheit erblich?

Es gibt zwei Formen der Alzheimer-Krankheit: Bei der sporadischen Alzheimer-Form, die etwa 99 Prozent aller Fälle ausmacht, ist das größte Erkrankungsrisiko das Alter. Die typischen Alzheimer-Symptome beginnen zumeist nicht vor dem 65. Lebensjahr. Ihr gegenüber steht die mit rund 1 Prozent aller Fälle wesentlich seltener vorkommende familiär bedingte Form. Hier sind verschiedene Gen-Defekte für das Auftreten der Erkrankung ursächlich. Defekte finden sich im so genannten Amyloid-Vorläufer-Protein-Gen und in den Genen Presenilin-1 und Presenilin-2. Sie werden autosomal-dominant vererbt. Mutationsträger erkranken in jedem Fall, häufig bereits zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr. Weitere Informationen finden Sie hier.

Bislang liegen keine Erkenntnisse darüber vor, ob diese Gen-Defekte an der sporadischen Form der Alzheimer-Krankheit beteiligt sind. Allerdings scheint auch die sporadische Form eine genetische Komponente zu haben. Forscher haben beispielsweise herausgefunden, dass eine ganz bestimmte erbliche Form eines Genes mit dem Namen Apolipoprotein Epsilon 4 (ApoE4) das Alzheimer-Risiko erhöht, auch wenn es eben nicht zum sicheren Ausbruch der Erkrankung führt. Die Variante ApoE4 könnte in bis zu 25 Prozent aller Alzheimer-Fälle eine Rolle spielen. Neben der ApoE4-Variante sind die Varianten ApoE2 und ApoE3 am weitesten verbreitet. Diese stehen nicht mit einem größeren Alzheimer-Risiko in Verbindung. Neben ApoE4 wurden weitere Gene identifiziert, die das Alzheimer-Risiko erhöhen können.

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Kann Stress das Alzheimer-Risiko erhöhen?

Das „Memory and Aging Project“ der Rush Universität in Chicago begleitet mehr als 1.000 Senioren. Die im Rahmen des Projekts durchgeführten Studien weisen darauf hin, dass Menschen, die zu psychischem Stress neigen, mit einer zwei bis zweieinhalb Mal höheren Wahrscheinlichkeit die Alzheimer-Krankheit entwickeln als Menschen, die nicht so stressanfällig sind. Untersuchungen weisen auch darauf hin, dass eine aktive und sozial integrierte Lebensweise in höheren Lebensjahren vor der Alzheimer-Krankheit schützt – vielleicht, weil eine solche Lebensweise hilft, Stress zu reduzieren.

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Bei wem ist die Alzheimer-Krankheit wahrscheinlicher? Bei Männern oder bei Frauen?

Das Hauptrisiko, die Alzheimer-Krankheit zu entwickeln, ist das Lebensalter. Einige Studien haben aber gezeigt, dass die Zahl der Alzheimer-Neuerkrankungen bei Frauen insgesamt etwas höher ist. Eine mögliche Erklärung dafür könnte sein, dass Frauen mit der Alzheimer-Krankheit länger überleben können als Männer. Zudem haben Männer eine niedrigere Lebenserwartung. Rein statistisch gesehen sterben einige Männer an anderen Ursachen, bevor erste Symptome einer möglichen Alzheimer-Krankheit sich entwickeln können.

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Gibt es einen Zusammenhang zwischen Alzheimer-Krankheit und Aluminium?

Das Interesse an einem möglichen Zusammenhang zwischen der Alzheimer-Krankheit und Aluminium entstand, als bei Autopsien der Gehirne von verstorbenen Alzheimer-Patienten festgestellt wurde, dass diese erhöhte Aluminium-Konzentrationen aufwiesen. Italienische Wissenschaftler konnten 2013 zudem zeigen, dass bei Menschen mit Alzheimer das Eiweiß Ferritin auch Aluminium enthält.

Diese Forschungsergebnisse sagen aber nichts über ein Verhältnis von Ursache und Wirkung aus. Versuche mit Mäusen, denen Aluminium verabreicht wurde, führten beispielsweise nicht zum Ausbruch der Alzheimer-Krankheit bei diesen Tieren. Der gestiegene Aluminiumgehalt muss also keine Rolle in der Entwicklung der Alzheimer-Krankheit spielen, sondern könnte auch eine Konsequenz sein. Hier sind weitere Studien erforderlich. Darauf verweist auch das Bundesinstitut für Risikobewertung BfR. Das BfR stellt fest: „Ein kausaler Zusammenhang von erhöhter Aluminiumaufnahme und dem Auftreten von Brustkrebs bzw. der Alzheimer-Krankheit [konnte] bisher wissenschaftlich nicht belegt werden.“

Grenzwert ist laut EU ein Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht in der Woche. Für den Verbraucher ist das nur schwer einzuschätzen. Neben der Aufnahme über die Nahrung, wird Aluminium auch über aluminiumhaltige Kosmetika, wie Antitranspirantien oder Cremes, dem Körper zugeführt. Hier empfiehlt das BfR: „Die Aluminiumaufnahme durch Antitranspirantien wird vor allem dadurch gesenkt, indem diese nicht unmittelbar nach der Rasur bzw. bei geschädigter Achselhaut auf die Haut aufgebracht werden. Zudem sind Deodorantien ohne Aluminiumsalze im Handel erhältlich.“

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Ich habe gehört, dass sich das Alzheimer-Risiko erhöht, wenn man sein Gedächtnis über lange Zeit nicht trainiert hat. Ist das wahr? Wenn ja, was kann ich tun, um mein Gedächtnis zu trainieren?

Das Gehirn kann mit einem Muskel verglichen werden, der trainiert werden muss, um in guter Form zu bleiben. Ständig bildet das Gehirn neue Verbindungen zwischen Nervenzellen und verliert solche, die nicht genutzt werden. Je besser die Verbindungen sind, umso eher kann ein Untergang von Nervenzellen kompensiert werden. Eine Garantie, deshalb nicht an Alzheimer zu erkranken, gibt es aber leider nicht.

Grundsätzlich können Sie mit den folgenden einfachen Mitteln regelmäßig Ihr Gedächtnis trainieren: Merken Sie sich Telefonnummern, lösen Sie Rätsel, lesen Sie Zeitung, machen Sie Karten- oder Brettspiele und nehmen Sie aktiv am gesellschaftlichen Leben teil. Wir haben einen beispielhaften „Fitnessplan fürs Gehirn“ für eine Woche zusammengestellt, aus dem Sie Anregungen für Ihren Alltag schöpfen können.

Den „Fitnessplan fürs Gehirn“ können Sie hier herunterladen

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Ist die Alzheimer-Krankheit beim Menschen ansteckend?

Es fehlt bislang jeder wissenschaftliche Nachweis, dass die Alzheimer-Krankheit beim Menschen ansteckend ist. Demnach ist kein spezieller Schutz im täglichen Umgang mit Patienten oder in der Pflege nötig.

Dennoch wird die Frage nach einer möglichen Ansteckung in der Grundlagenforschung nicht ausgeklammert. Versuche mit genetisch veränderten Mäusen legen nahe, dass die Alzheimer-Krankheit unter Laborbedingungen übertragen werden kann. Forschungsergebnisse des Nobelpreisträgers Stanley Prusiner werfen darüber hinaus die Frage auf, ob die Alzheimer-Krankheit auch durch synthetisches Beta-Amyloid ausgelöst werden kann. Diese Ergebnisse sind aber nicht auf den Menschen anwendbar.

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Welche Formen der Demenz gibt es?

Die Alzheimer-Krankheit ist mit rund zwei Drittel aller Fälle die häufigste Form der Demenz. Die neurologische Forschung und Wissenschaft kennt insgesamt jedoch über 50 verschiedene Demenzformen, die häufig auch als Mischformen auftreten.

Rund 15 Prozent aller Demenzen sind vaskuläre Demenzen, die aufgrund einer Störung der Blutversorgung im Gehirn entstehen. Ursache ist entweder ein gerissenes Blutgefäß (Hirnblutung) oder ein Blutgerinnsel (Hirninfarkt). In beiden Fällen wird Hirngewebe zerstört.

Abnorme Verdichtungen von Hirnzellen führen ebenfalls zu einer Demenz. Diese Form ist bekannt unter dem englischen Begriff „Dementia with Lewy-Bodies“ (deutsch: „Demenz mit Lewy-Körperchen“). Ihre Symptome ähneln denen der Parkinson- und der Alzheimer-Krankheit. Die Ursache dieser Demenzform ist bislang unbekannt. Die Schätzungen, wie viele Menschen von der Demenz mit Lewy-Körperchen betroffen sind, unterscheiden sich stark. Sie ist vermutlich die dritthäufigste Form.

Die frontotemporale Demenz (FTD) tritt etwas seltener auf als die Demenz mit Lewy-Körperchen. Bei ihr sind im Gehirn der Stirn- bzw. Schläfenlappen betroffen. Die FTD entwickelt sich genau wie die Alzheimer-Krankheit langsam und fortschreitend. Zu den Symptomen und Begleiterscheinungen zählen u.a. Zappeln und Ruhelosigkeit, zwanghaftes Triebverhalten, Impulsivität, nachlassende Körperpflege, langsamer Verlust der Sprache. Fast die Hälfte der FTD-Patienten haben einen Elternteil, einen Bruder oder eine Schwester, die an einer Form der Demenz leiden.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber „Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzen“.

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