Die Geschichte der Alzheimer-Krankheit

Durch die gesamte Geschichte hindurch wurde der fortschreitende geistige Verfall im Alter erkannt und beschrieben. Doch erst Anfang des 20. Jahrhunderts, im Jahr 1906, identifizierte der deutsche Arzt Dr. Alois Alzheimer (1864-1915) das Beschwerdebild abnormaler Gehirnzellen. Er trug den Fall einer Frau vor, die nach Jahren voller schwerer Gedächtnisprobleme in völliger Verwirrtheit starb. Nach ihrem Tod nahm er eine Autopsie an ihrem Gehirn vor und beschrieb dichte Ablagerungen rund um das Äußere der Nervenzellen (Plaques). Im Inneren der Nervenzellen fand er verdrehte Faserbänder (Fibrillen). Heute trägt diese degenerative Hirnerkrankung seinen Namen.

Vieles konnte über die Natur der Plaques und Fibrillen und die von diesen Zerstörungsprozessen betroffenen Hirnregionen in den letzten Jahrzehnten erforscht werden. Zudem dringt die Forschung immer tiefer in die genetischen Faktoren vor, die zur Alzheimer-Krankheit beitragen. Drei Gene (auf den Chromosomen 1, 14 und 21) korrelieren mit der frühen Form der Alzheimer-Krankheit. Ein Gen (auf Chromosom 19) erhöht das Risiko, die Krankheit im Alter zu entwickeln. In den meisten Fällen genügen die genetischen Risikofaktoren nicht allein, um die Krankheit zu verursachen. Heute ist klar, dass noch viele andere Faktoren beteiligt sind. Die Wissenschaftler suchen danach.

In den letzten Jahren wurden in Deutschland vier Medikamente zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit zugelassen. Keines davon kann die Krankheit wirklich heilen. Sie tragen jedoch zur Verzögerung des Krankheitsverlaufs und zur Milderung der Symptome bei.

Obwohl Alzheimer nach wie vor nur durch eine Autopsie hundertprozentig diagnostiziert werden kann, vermögen Ärzte heute mit sehr großer Sicherheit eine treffende Diagnose zu stellen. Indem sie den Verlauf der Erkrankung beobachten, medizinische Untersuchungen durchführen, Testverfahren nutzen, Gedächtnisleistungen messen und den psychologischen Status ermitteln, gelingt die genaue Eingrenzung des Krankheitsbildes. Eine frühe Diagnosestellung ist wichtig, da die zur Verfügung stehenden Behandlungen am besten wirken, wenn sie in einem möglichst frühen Stadium der Erkrankung eingesetzt werden.

Es gibt keine Behandlung, die die Alzheimer-Krankheit heilen könnte. Menschen, die heute an der Krankheit leiden, können nur auf Medikamente zurückgreifen, die Symptome kontrollieren und/oder den Verlauf der Erkrankung verlangsamen.

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