Faktenblatt Gedächtnisprobleme

  • Leichte Vergesslichkeit und Gedächtnislücken treten häufig als Teil des normalen Alterungsprozesses auf. Ältere Menschen brauchen einfach mehr Zeit, um Neues zu lernen oder sich an Altes zu erinnern. Wir alle machen gelegentlich die Erfahrung, dass es schwierig ist, einen Namen oder ein Wort zu erinnern. Bei Alzheimer-Patienten nehmen diese Symptome jedoch an Häufigkeit und Stärke zu. Jeder vergisst von Zeit zu Zeit, wohin er seine Autoschlüssel gelegt hat; der Alzheimer-Patient aber kann sich nicht mehr erinnern, wofür der Schlüssel überhaupt ist.
  • Neuerdings steigt das Interesse an einem Beschwerdebild mit dem Namen leichte kognitive Beeinträchtigung (LKB oder Mild Cognitive Impairment (MCI)), das sich durch eine deutliche Vergesslichkeit auszeichnet. Diese ist keine Demenz, wurde jedoch vor kurzem als Hauptrisikofaktor für die Entwicklung der Alzheimer-Krankheit identifiziert. Alle Patienten, die eine Form der Demenz entwickeln, erleben eine Periode der LKB. Jedoch erkranken nicht alle, die an LKB leiden, später an der Alzheimer-Krankheit.
  • Es gibt viele Beschwerden, die zur Entwicklung von Gedächtnisproblemen und Demenz beitragen können, die Alzheimer-Krankheit ist nur eine davon. Charakteristisch für die Demenz ist ein Rückgang der intellektuellen Funktionen, der sich bezeichnenderweise im normalen sozialen Umfeld und bei täglichen Aktivitäten zeigt. Die Alzheimer-Krankheit und die vaskuläre Demenz bilden den überwiegenden Teil aller Demenzen im Alter. Andere mögliche Gründe für demenzähnliche Symptome sind Infektionen, Drogenmissbrauch, Unregelmäßigkeiten des Stoffwechsels, ernährungsbedingte Beschwerden, Gehirntumore, Depression oder eine andere progressive Erkrankung wie die Parkinson-Krankheit.
  • Wenn die Gedächtnisprobleme häufiger oder schwerer werden und z.B. Freunde und Familie darauf aufmerksam werden, wenn alltägliche Aktivitäten beeinträchtigt sind – zum Beispiel im Zusammenhang mit beruflichen Aufgaben, sozialen Beziehungen oder der Hausarbeit, ist es notwendig, sich professionellen Rat zu holen. Ein erfahrener Arzt, der sich mit Hirnleistungsstörungen und Demenzerkrankungen auskennt, sollte zur Bewertung herangezogen werden.

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