Wie spreche ich mit meinem Arzt?

Ein Gespräch mit dem Hausarzt sollte vertrauensvoll verlaufen. Oft ist es jedoch nicht einfach, offen mit dem Arzt über Beschwerden zu sprechen, zumal die Zeit meist knapp bemessen ist. Deshalb ist es wichtig, sich auf einen Arztbesuch sorgfältig vorzubereiten. Wir haben für Sie zusammengefasst, was Sie unternehmen können, um Ihren Termin am besten zu nutzen.

Kategorien

Den Arztbesuch planen
Mit sensiblen Themen umgehen
Fragen während des Arztbesuchs
Gespräch nach der Diagnose

Schlagworte

Alkohol | Autofahren | Behandlung | BeschwerdenFamiliäre Probleme | Gedächtnisprobleme Gewohnheiten und Lebensumstände | MedikamenteStürze oder die Angst zu stürzen | Trauer und DepressionÜberweisungVorbeugung Was Sie zum Arztbesuch mitbringen sollten |   

Planen Sie ihren Arztbesuch

Beschwerden

Es ist schwer, sich an alle Punkte zu erinnern, die man während eines kurzen Arztbesuches ansprechen möchte. Deshalb ist es sehr hilfreich, zuvor eine Liste mit Symptomen aufzustellen. Die Symptome können körperlicher Natur sein, wie Schmerzen oder Fieber. Sie können aber auch psychischer Natur sein und Gedanken und Gefühle betreffen.

Lesen Sie dazu auch den Abschnitt „Mit sensiblen Themen umgehen“

Sie sollten die Symptome beim Arztbesuch so genau wie möglich beschreiben. Dabei können Sie sich an folgenden Fragen orientieren:

  • Welche Beschwerden haben Sie?
  • Wann begannen die Beschwerden?
  • Um welche Tageszeit haben Sie die Beschwerden und wie lange dauern diese an?
  • Wie oft haben Sie Beschwerden?
  • Wodurch verbessert oder verschlechtert sich der Zustand?
  • Wie werden Sie durch die Beschwerden im Alltag eingeschränkt?

Medikamente

Ihr Hausarzt muss wissen, welche Medikamente Sie einnehmen. Hierzu zählen sowohl verschreibungspflichtige Medikamente, als auch frei verkäufliche Mittel wie Vitamine oder Augentropfen. Nennen Sie alle Präparate, auch wenn Ihnen vielleicht einige unwichtig erscheinen. Wenn Sie die Präparate nicht zum Arztbesuch mitbringen, sondern vorab eine Liste erstellen, sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Listen Sie alle verschreibungspflichtigen und frei verkäuflichen Präparate auf.
  • Notieren Sie, wie oft Sie ein Präparat einnehmen und in welcher Dosis.
  • Falls Sie seit dem letzten Arztbesuch neue Medikamente einnehmen oder sich die Dosis verändert hat, informieren Sie Ihren Arzt darüber.

Gewohnheiten und Lebensumstände

Damit Ihr Arzt Ihnen helfen kann, sollte er neben Ihrer Krankenakte auch Ihre Lebensumstände und Gewohnheiten kennen. Neben Informationen zu alltäglichen Hilfsmitteln, wie Seh- oder Gehhilfen, sollten Sie ihrem Arzt einen Einblick in Ihr Privatleben gewähren. Bereiten Sie sich darauf vor, Informationen über Ihre Lebensumstände wie Ess- und Schlafgewohnheiten, Mobilität, Freizeitaktivitäten und berufliche Tätigkeit zu geben.

Mit Lebensumständen sind auch einschneidende Erlebnisse wie eine Scheidung oder ein Todesfall gemeint. Auch oder gerade solche gravierenden Einschnitte oder Veränderungen Ihres Lebens können sich auf Ihre Gesundheit auswirken.

Auch wenn es Ihnen bei manchen Aspekten vielleicht schwer fällt, versuchen Sie offen und ehrlich zu sein. Nur so kann Ihr Hausarzt Ihre Beschwerden in einem Gesamtzusammenhang sehen und Ihnen die bestmögliche Behandlung zukommen lassen. Ihr Arzt unterliegt der Schweigepflicht. Alles was Sie im Behandlungszimmer besprechen, bleibt zwischen Ihnen und Ihrem Arzt.

Was Sie zum Arztbesuch mitbringen sollten

Falls Sie sich dazu entschlossen haben, im Vorfeld Notizen zu Ihren Beschwerden, Medikamenten und Lebensumständen zu machen, nehmen Sie diese zu Ihrem Termin mit. Falls Sie Seh- oder Hörhilfen benötigen, bringen Sie auch diese mit.

Wenn Sie nicht gerne alleine zum Arzt gehen, bitten Sie einen Freund oder ein Familienmitglied, Sie zu begleiten. Sollten Sie Probleme mit der deutschen Sprache haben, ist es sinnvoll jemanden mitzubringen, der für Sie übersetzen kann.

nach oben

Mit sensiblen Themen umgehen

Auch sensible Themen können bezüglich Ihrer Gesundheit eine Rolle spielen. Wichtig ist immer, dass Sie so offen wie möglich mit Ihrem Arzt sprechen. Selbst wenn Ihnen manche Themen unangenehm sein sollten, Ihr Arzt ist es gewohnt, mit Patienten über sehr persönliche Themen zu sprechen. Im Folgenden zählen wir einige Themen auf, die sensibel sein können und dennoch mit Ihrem Arzt besprochen werden sollten.

Alkohol

In höherem Alter kann Alkohol den Körper stärker beeinflussen als in jüngeren Jahren. Auch kann Alkohol im Zusammenhang mit bestimmten Medikamenten stärker oder anders wirken. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn die Wirkung des Alkohols sich verändert hat oder Sie den Alkohol dazu nutzen, um Probleme zu bewältigen.

Stürze oder die Angst zu stürzen

Ein Sturz kann Verletzungen und eine Einschränkung der Bewegungsfreiheit nach sich ziehen. Gerade im Alter können Stürze schwerwiegende Folgen haben. Die Angst zu stürzen ist vollkommen normal. Diese sollte jedoch keinen negativen Einfluss auf Ihre täglichen Aktivitäten haben. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt über Strategien um Stürze zu vermeiden -  zum Beispiel Fitnessübungen, die Gleichgewicht und Kraft verbessern.

Auto fahren

Autofahren ist ein wichtiger Bestandteil der alltäglichen Mobilität. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, falls Sie Zweifel bezüglich Ihrer Fahrtauglichkeit haben. In vielen Städten gibt es auch Auffrischungskurse für ältere Verkehrsteilnehmer. Weiterführende Informationen zum Thema Auto fahren haben wir in einer Broschüre zusammengestellt.

Die Broschüre „Sicher Auto fahren im Alter“ können Sie hier kostenfrei anfordern

Trauer und Depression

Im Laufe des Lebens bleibt es nicht aus, dass man Freunde und Familienmitglieder durch Krankheit oder Tod verliert. Verluste lösen Ängste und Trauer aus. Das ist vollkommen normal. Sie sollten allerdings mit jemandem darüber sprechen, wenn Ihre Trauer mehr als einige Monate anhält. Ihr Arzt kann Ihnen raten, welche Schritte Sie unternehmen können, um Ihre Trauer besser zu verarbeiten.

Wenn Sie wenig Energie haben, längere Zeit zum Beispiel unter Appetitlosigkeit, Schlafproblemen oder Antriebslosigkeit leiden, ist ebenfalls Ihr Hausarzt der richtige Ansprechpartner. Solche Symptome könnten Anzeichen einer Depression sein, ein Krankheitsbild, das heutzutage gut behandelt werden kann.

Gedächtnisprobleme

Mit zunehmendem Alter beklagen sich Menschen häufiger über Gedächtnisprobleme. Viele denken, Vergesslichkeit sei das erste Anzeichen der Alzheimer-Krankheit oder einer anderen Hirnleistungsstörung. Doch nicht immer ist die Alzheimer-Krankheit die Ursache der Vergesslichkeit, denn eine leichte Vergesslichkeit und eine „langsamere“ Erinnerung gehören zum normalen Alterungsprozess.

Verschlechtert sich die Vergesslichkeit und kommen leichte Wortfindungsstörungen oder Probleme mit der Orientierung dazu, dann sollte man zum Arzt gehen.

Lesen Sie mehr über die wichtigsten Symptome der Alzheimer-Krankheit

Familiäre Probleme

„Das kommt in den besten Familien vor.“ - Diesen Ausspruch sollten Sie sich vor Augen führen, wenn Sie zögern, bestimmte Probleme innerhalb Ihrer Familie mit Ihrem Arzt zu besprechen. Auch wenn Sie sich schlecht behandelt oder durch ein Familienmitglied oder einen Pfleger vernachlässigt fühlen, sollten Sie dies mitteilen.

nach oben

Fragen während des Arztbesuches

Fragen zu medizinischen Tests, der Diagnose und Medikamenten

Bei der Diagnosestellung werden sowohl das Gespräch mit dem Arzt als auch die Untersuchungsergebnisse in Betracht gezogen. Sollten Sie die Diagnose nicht verstehen, ist es wichtig nachzufragen. Einige Fragen, die Sie nach der Diagnose stellen könnten, haben wir für Sie zusammengetragen.

  • Wie genau nennt man das Krankheitsbild (fachsprachlich und umgangssprachlich)?
  • Was könnten die Ursachen für die Krankheit sein?
  • Wie lange wird die Krankheit voraussichtlich andauern?
  • Wie wird der Zustand mein Leben beeinflussen?
  • Welche Langzeitfolgen können auftreten?
  • Kann die Krankheit geheilt werden?
  • Welche Behandlungsansätze gibt es?
  • Wo kann ich mich genauer über das Krankheitsbild informieren?

Wenn Ihnen Medikamente verschrieben werden, sollten Sie wissen, wie das Medikament genau heißt und warum es Ihnen verschrieben wurde. Auch sollten Sie sich über Neben- und Wechselwirkungen informieren, um sich gegebenenfalls darauf einstellen zu können. Selbstverständlich sollten Sie sich an die Vorschriften des Arztes halten und die Dosierung nicht eigenmächtig ändern. Informationen zu Medikamenten erteilt Ihnen auch Ihr Apotheker.

nach oben

Gespräch nach der Diagnose

Behandlung

Bevor Sie sich für eine Behandlung entscheiden, sollten Sie über die unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten Bescheid wissen. Es ist wichtig zu verstehen, was die jeweilige Behandlung bedeutet und was sie bewirken oder nicht bewirken kann. Gerade bei komplexeren Therapien kann Ihr Arzt die unterschiedlichen Behandlungsmethoden für Sie auflisten, damit Sie den Überblick behalten. Wenn Sie über die Behandlungsarten informiert sind, sind Sie in der Lage, das Für und Wider jeder Behandlungsmöglichkeit abzuwägen. Dabei können Sie zum Beispiel auch in Betracht ziehen, wie sehr die Behandlung Ihr Leben beeinflussen und verändern wird.

Vorbeugung

In jedem Alter haben Sie die Freiheit, sich für einen gesünderen Lebenswandel zu entscheiden. Es ist zum Beispiel nie zu spät, mit dem Rauchen aufzuhören oder sich mehr zu bewegen. Man kann in jedem Alter bestimmte Angewohnheiten zum Positiven verändern.

Wir haben auf der Webseite einige Vorbeuge-Tipps für Sie zusammengestellt

Überweisung an einen Spezialisten

Beim Termin bei einem Spezialisten kann die Zeit knapp sein. Meistens hat der Facharzt bereits Informationen über Ihre Beschwerden und Testergebnisse erhalten. Beim Besuch des Spezialisten gilt dasselbe wie beim Hausarzt. Fragen Sie nach, wenn Ihnen etwas unklar ist.

Bei dem Verdacht auf eine Hirnleistungsstörung können Sie an eine so genannte „Gedächtnissprechstunde“ überwiesen werden. Wir haben einige Adressen in größeren Städten für Sie aufgelistet. Über Gedächtnissprechstunden in Ihrer Region informieren Sie sich bitte auch bei Ihrem Hausarzt.

Hier gelangen Sie zur Liste mit Gedächtnissprechstunden

nach oben