20.03.2015

Fachkonferenz in Nizza: Wie breitet sich die Alzheimer-Krankheit im Gehirn aus?

Prof. Dr. Dietmar Thal

Sonne, Strand und Spielcasinos gibt es in Nizza das ganze Jahr. All das interessiert die Teilnehmer der „International Conference on Alzheimer’s & Parkinson’s Disease 2015“ aber wenig. Bis zum 22. März trifft sich in der südfranzösischen Küstenstadt die Forscherelite zur 12. Auflage der großen Alzheimer- und Parkinson-Konferenz. Über 3.000 Wissenschaftler sind anwesend, darunter auch der deutsche Medizin-Nobelpreisträger Prof. Dr. Thomas Südhoff.

Die Alzheimer Forschung Initiative (AFI) ist gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen aus den USA, Frankreich und den Niederlanden aktiv vertreten. Die vier Organisationen veranstalteten am Freitagvormittag im Rahmen der Konferenz gemeinsam das Symposium „Prion-like Propagation in Neurodegenerative Proteinopathies: A common denominator?“, bei dem vor über 200 Forschern angeregt über die Ausbreitung der Alzheimer-Krankheit im Gehirn diskutiert wurde.

Keine Ansteckungsgefahr durch Bluttransfusion

Einer der Sprecher war der Neuropathologe Prof. Dietmar Thal von der Universität Ulm, der seit 2013 mit dem Projekt „Begleiterkrankungen im Gehirn von Alzheimer-Patienten“ von der AFI gefördert wird. Er berichtete dem interessierten Fachpublikum in seinem Vortrag, dass es möglicherweise bislang unentdeckte Wege und Mechanismen gibt, wie sich die bei der Alzheimer-Krankheit typischen Eiweißablagerungen aus Amyloid-Beta im Gehirn verteilen.

Prof. Charles Duyckaerts von der Université Pierre et Marie Curie in Paris (Frankreich) sprach von vielen Beweisen dafür, dass die Ablagerungen zu einem verstärkten Wachstum weiterer Alzheimer-Plaques in angrenzenden Hirnregionen führen. Die Entstehung und Ausbreitung dieser Plaques kann nach bisherigem Forschungsstand aber nicht durch Blut-Transfusionen ausgelöst werden, wie Prof. Claudio Soto von der University of Texas (USA) ausführte. Bislang gebe es hierfür auch keine epidemiologischen Hinweise. Dass die Ausbreitung des ebenfalls für Alzheimer charakteristischen Tau-Proteins eng mit der Abnahme der geistigen Leistungsfähigkeit einhergeht, konnte die Forscherin Prof. Ilse Dewachter von der Universität Löwen (Belgien) zeigen.

Alzheimer: Eine dreidimensionale Entdeckungsreise

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