12.01.2010

15 Jahre Alzheimer Forschung Initiative

Die Vereinszwecke Forschungsförderung und Aufklärungsarbeit sind die wichtigsten Ziele der AFI. In unserer täglichen Arbeit geht es jedoch oft um etwas anderes. Es geht um die Überzeugung, aus vielen kleinen Puzzleteilchen etwas Großes schaffen zu können, es geht um Hoffnung und Zuversicht. Und um die schöne Aussicht auf eine Zukunft ohne Alzheimer.

Unsere Beratung und Information soll für Betroffene und Angehörige eine Hilfe sein, den Mut zu finden sich frühzeitig medizinische und seelische Unterstützung zu suchen. Das Leben mit Alzheimer ist eine schwere Belastung für Betroffene und Angehörige. Wir möchten Ihnen helfen, diese Belastung anzunehmen und zu tragen. Wir versuchen, es für Sie ein bisschen leichter zu machen.

Wir sind für Sie da. Rufen Sie uns an, wenn Sie über die Alzheimer-Krankheit sprechen möchten: Über Ihre Ängste, die Belastung der Pflege-Situation, über die Veränderungen durch die Erkrankung. Wir möchten Ihnen gern helfen.

15 Jahre AFI - Ziele und Aufgaben unseres Vereins

Zu unseren wichtigsten Aufgaben zählen sowohl die Förderung der Ursachen-, Diagnose- und der klinischen Forschung sowie die Information der Öffentlichkeit über die Alzheimer-Krankheit.

Dank erster Spendengelder konnte die AFI schon 1996 erste Forschungsprojekte fördern. Seitdem werden jedes Jahr Forscher aus deutschen Universitäten und angegliederten Institutionen aufgerufen, ihre Projektvorschläge einzureichen. Nach eingehender Prüfung durch den Europäischen Wissenschaftlichen Beirat der AFI schlägt dieser dem Vorstand die förderungswürdigen Projekte vor. Danach bestimmt der Vorstand anhand der zur Verfügung stehenden Finanzmittel diejenigen Forschungsprojekte, die gefördert werden.

In den vergangenen 15 Jahren hat die AFI viele Broschüren erstellt, die Alzheimer-Patienten und deren Angehörigen wichtige Ratschläge und wertvolle Informationen bieten. In unseren Publikationen informieren wir z. B. über die verschiedenen Formen von Demenz, Diagnosemöglichkeiten, Betreuung und Pflege. Andere Broschüren geben Tipps zum Autofahren im Alter und erläutern pflegenden Angehörigen, was sie für den eigenen Stressabbau und für das sichere Wohnen der Erkrankten tun können. Unser Ziel ist es, zum besseren Verständnis der Alzheimer-Krankheit beizutragen und Betroffenen sowie Angehörigen zu helfen, die schwierige Situation zu meistern.

Rund 9.000 Anrufe erreichen die AFI pro Jahr über die gebührenfreie Rufnummer. Jährlich versenden wir mehr als 27.000 kostenlose Broschüren. Jedes Jahr wächst das Interesse an unseren Informationen im Internet. Allein 2009 besuchten 150.000 Personen unsere Internetseite www.alzheimer-forschung.de. Auch Pflegepersonal, Mediziner und Apotheker nutzen vermehrt das Informationsangebot der AFI. Außerdem informieren wir unsere Spender jährlich in einem Newsletter über die neuesten Erkenntnisse aus der Alzheimer-Forschung. Seit 2006 bieten wir einen kostenlosen E-Mail-Newsletter an, der alle sechs Wochen Interessierten über Aktuelles aus Forschung, Diagnostik, Therapie, Pflege und Vorbeugung berichtet.

Bereits 2006 gründete eine großzügige Spenderin eine Stiftung, deren Erträge unserer Arbeit langfristig zugute kommen. Die Absicht weiterer Spender, für die Alzheimer-Forschung stiften zu wollen, veranlasste uns im vergangenen Jahr, eine Stiftung zu gründen, die die Arbeit der AFI auf lange Sicht unterstützt. Seit November 2009 existiert diese Stiftung, die den Namen Stiftung Alzheimer Initiative gGmbH trägt.

Die Krankheit

Alzheimer ist die mit Abstand häufigste Form der Demenz. In Deutschland sind über 1 Mio. Menschen von Alzheimer betroffen. Jedes Jahr erkranken etwa 200.000 Personen in Deutschland und schon heute leidet jeder vierte Mensch über 85 Jahre unter dieser Krankheit.
Alzheimer ist eine bisher unheilbare Gehirnstörung, in deren Verlauf Gehirnzellen absterben. Die Krankheit trifft uns im Kern unserer menschlichen Natur, dem Gehirn, das uns befähigt, Leben in seiner ganzen Fülle zu erleben.

Erfolge der letzten 15 Jahre

Bis heute gibt es keine Heilung der Alzheimer-Demenz, aber seit 1995 ist viel erreicht worden. Die Alzheimer-Krankheit dringt mehr und mehr ins öffentliche Bewusstsein und ist immer weniger ein Tabuthema. Auch die Ärzteschaft ist inzwischen über die Krankheit aufgeklärt. Es gibt verschiedene Ansätze zur Vorbeugung sowie die Möglichkeit einer frühzeitigen Diagnose. Vor 15 Jahren gab es nur ein Medikament zur Behandlung von Alzheimer, das starke Nebenwirkungen aufwies. Heute sind bereits vier Medikamente zugelassen, die den Krankheitsverlauf von Alzheimer verzögern können. Weitere Substanzen befinden sich in den verschiedenen Phasen der Zulassung.

Die Forschung

Eine einzelne Ursache für die Entstehung der Alzheimer-Krankheit ist bisher unbekannt. Vielmehr ist klar, dass es sich um ein ganzes Bündel von Faktoren handelt, das die Krankheit auslöst. Weltweit untersuchen Forscher verschiedene Theorien, um die Ursache eines Tages entschlüsseln zu können. Sie arbeiten an Tests mit bildgebenden Verfahren und an der Entwicklung von Bluttests, um schon frühzeitig eine klare Diagnose stellen zu können. Erst auf der Grundlage einer frühzeitigen Diagnose ist eine wirksame Behandlung der Patienten möglich. Eine Heimeinweisung kann z. B. durch die Verschreibung von Medikamenten im Schnitt um bis zu zwei Jahre verzögert werden.

Es muss weiter geforscht werden, um das Geheimnis dieser Krankheit gänzlich entschlüsseln zu können. Forschung ist langfristig angelegt und die Alzheimer-Forscher benötigen dringender denn je finanzielle Unterstützung, denn Menschen werden immer älter und somit steigt die Zahl der Betroffenen rasant an. Viele Erfolg versprechende Projekte können aufgrund der knappen Forschungsbudgets nicht umgesetzt werden. Durch verschiedene Forschungsprojekte fügen sich kleine Mosaiksteinchen an Erkenntnissen zusammen und ergeben ein immer deutlicheres Bild, das hilft, die Alzheimer-Krankheit Schritt für Schritt besser zu verstehen. So entstehen neue Ansätze für medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten. Nur durch die weitere Förderung der Forschung werden wir wertvolle Ergebnisse erhalten.

Die Forschungsförderung der AFI sorgt nicht nur für mehr Erkenntnisse über die Wirkmechanismen der Krankheit, sondern hilft auch die Grundlage für weitere Erforschung zu schaffen. Dies fasst Prof. Dr. Tobias Hamann, den AFI bereits 1997 förderte, anschaulich zusammen:

„Dieses Projekt war mein erstes „eigenes“ Forschungsprojekt. In vielen Punkten hat es zu wichtigen Fortschritten geführt. Als ich den Antrag bei AFI gestellt hatte, war meine Doktorarbeit noch druckfrisch. Diese Projektförderung zeigt sehr deutlich, wie wichtig es sein kann, dass AFI den jüngsten Wissenschaftlernachwuchs fördert. Letztlich ist mit diesem Projekt viel erreicht worden, nur die Frage nach der biologischen Funktion des Aß hat dann doch noch etwas länger gedauert. Erst 2005 konnten wir zeigen, dass Nervenzellen die Aß Peptide dazu benutzen, um ihren Cholesterinstoffwechsel zu regulieren. Aber das ist eine andere Geschichte...“

Insgesamt hat die AFI in den 15 Jahren ihres Bestehens 89 Projekte mit einem Volumen von 4.754.312 Euro gefördert. Viele der ausgewählten Forscher konnten wertvolle Erkenntnisse zum Verständnis der rätselhaften Krankheit beitragen. Einige der weltweit bekanntesten Alzheimer-Forscher Deutschlands wurden durch die AFI gefördert.

Sieben neue Projekte aus 2009 fördert die AFI mit einem Volumen von insgesamt 488.000 Euro. Die Projekte beschäftigen sich mit Früherkennung, neuen Behandlungs- und Diagnosemöglichkeiten sowie mit möglichen Ursachen der Krankheit.

Die AFI

Die Alzheimer Forschung Initiative e. V. (AFI) wurde 1995 mit Sitz in Düsseldorf gegründet. Als Vorbild diente das Alzheimer´s Disease Research Program der Bright Focus Foundation (früher: American Health Assistance Foundation) in den USA. Mit ihren drei Schwesterorganisationen in den Niederlanden (seit 1993), in Belgien (seit 1997) und in Frankreich (seit 2005) arbeitet die AFI eng zusammen. In Deutschland ist die Alzheimer Forschung Initiative heute der größte private Förderer der Alzheimer-Forschung. Die AFI erhält kein Geld von staatlichen Institutionen. Als Mitglied im Deutschen Spendenrat haben wir uns zur Transparenz durch Veröffentlichung unserer Zahlen sowie einer sachgemäßen Mittelverwendung verpflichtet. Wir lassen uns ständig von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer überwachen. Der Deutsche Spendenrat empfahl seinen Mitgliedern unseren Aktivitätenbericht sogar als besonders gelungenes Beispiel.

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